6. April 2016

Emotionale Zeitfresser

In dieser Woche möchte ich mit Ihnen über besondere Zeitfresser nachdenken. Viele kennen das bereits aus Kursen zum Zeitmanagement.
Zeitfresser sind die kleinen und großen, meist unnützen Dinge, die uns blockieren oder zumindest zeitweilig verhindern, dass wir uns mit den eigentlich wichtigen Themen und Aufgaben beschäftigen. Diese Zeitfresser sind meist Störungen von Außen, die eine effektive Nutzung unserer Zeit fürs Handeln behindern.

Aber es gibt auch eine, ich nenne es mal so, „emotionale Zeit“. Zeit, in der wir uns glücklich fühlen. Zeit, in der wir uns verbunden fühlen mit Menschen und der Welt. Zeit, in der wir fröhlich sind. Zeit, in der wir in eine neue Zukunft sehen.

Aber ist es Ihnen schon mal aufgefallen, wie oft wir mit unseren Gedanken und Gefühlen uns diese „emotionale Zeit“ boykottieren? Das sind die emotionalen Zeitfresser:

1) Nicht Vergeben


Viele Menschen – und ich zähle mich auch dazu – tragen eine Art Rucksack mit sich herum. Darin sammeln wir Dinge, die uns widerfahren sind. Erlebnisse und Erfahrungen mit anderen Menschen. Erinnerungen an diejenigen, die mir böse mitgespielt haben. Ich fühle mich verletzt. Wenn Grenzen überschritten wurden, bin ich oft wütend oder gar zornig. Manchmal bin ich traurig, wenn ich das Gefühl habe, ich hätte einen Verlust (z.B. des Vertrauens zum Anderen) erlitten.

Teilweise haben wir an diesen Dingen schwer zu tragen. Immer, wenn ich daran denke, zieht es mich herunter. Und wie ein schwerer Rucksack unser Wandern behindert, so halten uns diese Erfahrungen auch zurück, unsere emotionale Zeit für uns zu nutzen.

Wie kann ich denen, die so übel mit mir umgegangen sind, vergeben?

Der Andere hätte nicht so sein/handeln sollen. Aber stimmt das wirklich? Hat mich der Andere absichtlich verletzt? Wollte er mir übel mitspielen? Wie kann ich da sicher sein?

Jeder Mensch gibt zu jeder Zeit sein Bestes. Davon gehe ich für mich aus. Manchmal ist das aber nicht viel, weil meine Möglichkeiten eingeschränkt sind. Da befinde ich mich in einem Zustand, in dem im Moment einfach nicht mehr machbar ist.

Was für mich gilt, gilt aber auch für meine Mitmenschen. Also: Vielleicht konnte er/sie gar nicht anders? In dieser speziellen Situation nicht? Oder mit seinem Wissen nicht? Oder mit seinen emotionalen Möglichkeiten nicht?

Es geht hier nicht um billige Entschuldigungen. Vielmehr sollte ich meine eigene beschränkte Sicht erweitern. Ich sollte erkennen, dass ich eigentlich gar nicht weiß, was die Ursache beim Anderen war. Erst recht, wenn keine Kommunikation mehr stattfindet.

Das schafft schon viel Erleichterung. Dann erwächst aus meinen negativen Emotionen die Chance auf Verzeihen. Ich muss dem Anderen nicht mehr böse sein.

Dieses Verzeihen darf ich aussprechen. Indem ich dem Anderen sage, dass ich ihm verzeihe, gebe ich damit Vergebung zurück. Ich leere diesen Rucksack, der mich ausbremst.

Lassen Sie sich in dieser Woche herausfordern. Suchen Sie mit mir, wo noch nicht vergebene Dinge sind und bereinigen das. Lassen Sie so die Dinge los, um frei zu werden für Ihre emotionale Zeit.

2) Andere verantwortlich machen


Wie viele Menschen kennen Sie, die der Grund dafür sind, dass in Ihrem Leben nicht alles gut ist?

Jemand, der etwas getan hat? Der Chef, der mich zurückhält. Meine Frau oder mein Mann, die negativ sind. Meine Kinder, die mir harte Zeiten bescheren. Mein Kollege, der mich ärgert. Meine Freunde, die mich nicht ernst nehmen und unterstützen.

Wen machen Sie verantwortlich?

Stellen Sie sich vor, Sie bewohnen ein schönes Haus. Plötzlich bricht ein großes Feuer aus. Sie können noch einen großen Koffer füllen mit den Dingen, die Ihnen wichtig sind und die nicht verbrennen sollen. Was nehmen Sie mit?

Das alte Fotoalbum? Alte Schulzeugnisse? Ihre persönlichen Papiere? Die alte Uhr, die schon lange nicht mehr geht? Welche Kleidung? Nach welchen Kriterien wählen Sie die Gegenstände aus?

Ich gehe mal stark davon aus, dass Sie zunächst die Dinge einpacken werden, die Ihnen in der Zukunft noch nützlich und wichtig sein werden.

So sollten wir auch mit unserer Vergangenheit umgehen. Unsere Vergangenheit ist wie dieses brennende Haus. Wir müssen aus der Vergangenheit die Dinge herausholen, die uns stärken. Die Dinge, an denen wir gewachsen sind, von denen wir etwas gelernt haben. Die Dinge, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind, durch die wir uns weiter entwickelt haben.

Das müssen wir in unsere Gegenwart bringen. Und alles andere können wir getrost verbrennen lassen.

Es hilft uns nicht und es hat keine Bedeutung für unser heutiges Leben, andere verantwortlich zu machen. Es zählt nicht und bringt uns nicht vorwärts. Und: je mehr wir andere verantwortlich machen, je mehr Entschuldigungen haben wir. Die Entschuldigung dafür, dass wir nichts verändern.

Finden Sie die emotionalen Zeitfresser in Ihrem Leben. 


Lassen Sie die Anker los und geben Sie Vergebung zurück. Lassen Sie die Vergangenheit brennen und behalten nur die Dinge, die Sie weiter bringen. Leben Sie in der Gegenwart!

Mit den besten Wünschen für Ihre emotionale Zeit
Ihr Mindset-Coach
Matthias Gröne

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen