3. Juni 2016

Ja, wo laufen Sie denn?

 „Wir müssen sofort etwas unternehmen.“ „Wir dürfen keine Zeit verschwenden.“ „Wir brauchen sofort Ergebnisse.“ „Der Termin muss auf alle Fälle gehalten werden.“ 

So lauten häufig die Anforderungen von Chefs und Chef-Chefs. Und dann setzt sich die ganze Mannschaft in Bewegung. Fieberhaft wird in alle Richtungen gleichzeitig agiert. „Hühnerhaufen-Mentalität“ haben wir es früher genannt. Aber auch im Privaten geht es manchmal so.

Man hat den Glauben, je mehr Dinge gleichzeitig angefasst werden, um so schneller gelangt man zur Lösung. Je mehr Wege beschritten werden, je mehr Dinge gleichzeitig angefasst werden, je mehr Versuche gestartet werden, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Richtige schon dabei sein wird. 

In diesem Chaos den Überblick zu behalten fällt schwer. Und es wird unnütz Kraft verschwendet. Meist bleibt auch anderes Wichtiges liegen.

Kennen Sie den schnellsten Weg?

Ich bin leidenschaftlich gerne in den Alpen zum Bergwandern unterwegs. Am Abend vorher wird das Ziel für den nächsten Tag festgelegt. Ein Gipfel, ein Bergsee oder ein Berg-Gasthof sind die lohnenswerten Ziele. 

Dann wird die Karte aufgefaltet. Meistens stehen mehrere Optionen zur Verfügung. Entsprechend unserer Möglichkeiten wird dann der passende Weg geplant. Neben der körperlichen Fitness wird das Höhenprofil, Rastmöglichkeiten und auch mögliche Hindernisse und deren Umgehung berücksichtigt.

Bevor es los geht, fragen wir dann auch noch die Wirtsleute. Meistens gibt es noch Hinweise auf Besonderheiten, Schwierigkeiten oder Abkürzungen, die aus der Karte so gar nicht ersichtlich waren.

Der Weg, der sich aus der Planung ergibt, ist meistens nicht der direkte und kürzeste. Sich einen Berg in Serpentinen herauf zu arbeiten bedeutet zwar eine längere Strecke. Aber der konstante Aufstieg bringt uns sicher und in angemessener Zeit ans Ziel.

Was bedeutet das für unseren „Hühnerhaufen“?


Ein schönes Sprichwort sagt: „In der Ruhe liegt die Kraft.“

Das bedeutet, dass der schnellste und sicherste Weg schlicht und einfach eine Karte ist. Sich in Ruhe Gedanken dazu zu machen, wo ich stehe, wo ich hin will oder muss. Und wie der beste Weg dorthin ist. 

Was für die Wanderung noch jedem einsichtig ist, gelingt im Job oder privaten Leben häufig nicht. Es ist für Viele nicht einfach zu ertragen. Lieber schnell handeln, als gar nicht, lautet die Devise. Denn scheinbar passiert am Anfang ja nichts. Eine Planung wird als verschwendete Zeit angesehen, in der es nicht vorwärts geht. Das liegt daran, dass keine Bewegung sichtbar ist. 

Unsere schnelllebige Zeit macht uns glauben, dass dort, wo viel Aktion und Bewegung ist, auch alles schneller vorwärts geht. Und so führt uns das zu einer Try and Error-Mentalität, die letzten Endes mehr Zeit und Kraft kostet. 

Das Zwiebelsyndrom

 

Idealerweise sollte die geleistete Arbeit mit Fortschreiten in Richtung auf das Ziel gleichmäßig zunehmen. Wie bei dem nebenstehendem Dreieck. Je weiter ich mich dem Ziel nähere, um so mehr Kraft habe ich eingesetzt. Über den ganzen Weg ist die Zunahme gleichmäßig verteilt – daher die Dreieck-Form.

Bei fehlender Planung läuft man erst mal los. Und weil wir Menschen nun so sind, gehen wir meistens auch zunächst den scheinbar einfachsten Weg. Irgendwann kommt man aber an einen Punkt, wo es nicht mehr weiter geht. Dann muss ich neue Wege suchen, evtl. sogar wieder ein Stück zurück. Das kostet viel mehr Kraft.
Dieser größere Kraftaufwand sieht so aus, dass sich das Dreieck an dieser Stelle ausbeult. Denn hier muss ich noch mehr Kraft einsetzen, um doch noch ans Ziel zu kommen. So entsteht die „Zwiebel“.

Das fatale daran ist, dass die Kraft, die ich hier einsetzen muss, mir für andere Dinge verloren geht. Das ist der Kraftaufwand, der auslaugt. Wir haben leider nur begrenzte Ressourcen.

Noch besser wird die Planung, wenn wir von jemandem lernen. Jemandem, der besser oder schneller ist. Oder Hilfe von einem Trainer oder Coach in Anspruch nehmen. Die Fehlversuche, die Andere schon gemacht haben, können wir so unter Umständen sparen.

Es kommt also nicht so sehr auf das „Machen“ an, sondern auf das Richtige richtig machen.


Mit den besten Wünschen für Ihr richtiges Machen
Ihr Mindset-Coach
Matthias Gröne



PS: Erfahren Sie mehr über Ihre eigenen Ideale, Ihre Stärken und Ziele bei dem Impulstag. 
Die drei Impulse
  • Ich bin (Ideal und Werte), 
  • Ich kann (meine Stärken) und  
  • Ich mache (Ziele setzen und richtig loslegen) 
bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Lebensstil. Machen Sie sich auf den Weg zu Ihren persönlichen Kraftquellen!

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